Logo Klinikum Südstadt Rostock gross orange

Adipositas – was ist das?

Adipositas (Fettleibigkeit) ist eine chronische Erkrankung, bei der sich so viel überschüssiges Körperfett angesammelt hat, dass die Gesundheit geschädigt wird. Mit steigenden Übergewicht ist häufig auch eine Zunahme der allgemeinen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Anstieg der Blutfettwerte, Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule und den großen Gelenken sowie des Risikos einer Blutzuckerentstehung verbunden. Insgesamt werden mit krankhaftem Übergewicht über 30 mögliche Begleiterkrankungen in Verbindung gebracht.

Ab einem BMI (Body Mass Index) von 30 spricht man von Fettleibigkeit. Die Krankheit entsteht, wenn sich die Fettzellen im Körper eines Menschen vergrößern oder vermehren. Bei Gewichtszunahme werden diese Fettzellen zunächst größer und nehmen später in Ihrer Anzahl drastisch zu.

Bestimmen Sie Ihren BMI ganz einfach selbst:

Berechnung Body Mass Index (BMI)


in KG in cm in ganzen Jahren

(c) BMI-Rechner.net | Grundumsatz

Gewichtsklassifikation nach WHO, Stand 2008

Kategorie BMI (kg/m²) Körpergewicht
starkes Untergewicht ≤ 16,0 Untergewicht
mäßiges Untergewicht 16,0–17,0 Untergewicht
leichtes Untergewicht 17,0–18,5 Untergewicht
Normalgewicht 18,5–25,0 Normalgewicht
Präadipositas 25,0–30,0 Übergewicht
Adipositas Grad I 30,0–35,0 Adipositas
Adipositas Grad II 35,0–40,0 Adipositas
Adipositas Grad III ≥ 40,0 Adipositas

Gründe für Adipositas

alle ausklappen

Warum Zunehmen so leicht fällt

Seit 1910, als jeder Deutscher durchschnittlich 12km pro Tag zu Fuß zurückgelegt hat ist die Schrittzahl pro Tag auf etwa 3000 (etwa 1km) zurückgegangen. Das heißt, das Ausmaß des Kalorienverbrauches hat sich heute deutlich reduziert. Mehr noch: unsere berufliche körperliche Belastung ist durch den technischen Fortschritt vielerorts minimiert worden. Die tägliche Mobilität wird überwiegend durch Autofahren erreicht und die fast unbegrenzten Möglichkeiten des Internets verlangen von uns immer weniger Bewegung.

Dagegen ist das Kalorienangebot heute praktisch unbegrenzt, sind gesunde Nahrungsmittel mitunter teuer und kalorientragende Schnellnahrung billig. Insbesondere das Überangebot an lecker präsentierten Genussmitteln stellt für viele Betroffene keine Hürde mehr da. Auch ein durchaus als normal empfundener Alkoholgenuss trägt ausreichend Kalorien im Gepäck. So decken bspw. 2x 0,5l Bier pro Tag mit 660kcal etwa 28% des Tagesbedarfs.

Diese Faktoren sind nur langfristig beeinflussbar. Eine durchschnittliche tägliche Kost sollte 1.800-2.500 kcal enthalten. Heute sind jedoch über 3.000kcal/Tag und damit ein ständiges Überangebot in breiten deutschen Bevölkerungsschichten zu verzeichnen. Aus diesem Grunde nehmen Übergewichtigkeit und Fettsucht – insbesondere auch in Mecklenburg-Vorpommern – seit Jahren zu.

Warum Abnehmen so schwierig ist

Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten und psychosoziales Umfeld sind schwer dauerhaft zu ändern. Eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ist auch objektiv schwierig.

Während einer unter-kalorischen Kost bzw. Diät nimmt die Muskelmasse ab. Bei einer Gewichtsreduktion um 10kg vermindert sich die Muskelmasse eines Betroffenen um 3-4kg. Da die Muskelmasse mit dem Grundumsatz korreliert, nimmt auch unter einer Reduktionskost der Grundumsatz ab. Der Stoffwechsel wird langsamer.

Daraus ergibt sich für die Praxis: eine andauernde Gewichtsreduktion durch Diät ist nur dann gewährleistet, wenn der Patient seine Energieaufnahme fortlaufend weiter reduziert, da bei der Gewichtsabnahme auch der Grundumsatz reduziert wird. Das heißt, die Patienten müssen zur Fortsetzung des Gewichtsverlustes ständig weniger essen. Diese Anforderung ist im Alltag kaum zu verwirklichen.

Deshalb kommt es unter einer Reduktionskost üblicherweise nach einer gewissen Zeit zu einer Gewichtskonstanz auf Grund der oben angegebenen Zusammenhänge. Für die Betroffenen resultieren dann häufig Unzufriedenheit und Frustration, was im Umkehrschluss wiederum in eine verminderte Motivation, unter Umständen in ein Frustessen mit einer erneuten Gewichtszunahme münden kann.

Natürlich ist begleitend zu einer Diät immer eine Bewegungstherapie (soweit die Gelenke es erlauben) notwendig. Leider erweist sich eine langfristige Anpassung an ein Bewegungsplus selbst innerhalb von geführten Programmen nur bei 50-60% der Teilnehmer als erfolgreich

In der Zusammenfassung aller Aspekte, kann eine gezielte und langfristige Gewichtsreduktion nur mit professioneller Hilfe und einem hohen Maß an Eigenmotivation erreicht werden.