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Klinikum Südstadt Rostock - Maria
Guten Tag,
ich heiße Maria und bin das kleinste je in Rostock geborene Baby, denn ich wog nur 360g und war 28cm lang. Weil es meiner Mutter nicht mehr so gut ging und die Schwangerschaft für sie gefährlich wurde, musste ich schon fast 16 Wochen zu früh auf die Welt kommen. Die Ärzte haben mir mit einem Kaiserschnitt geholfen.

Zur Überraschung aller Anwesenden habe ich gezappelt und sogar versucht zu schreien. Dabei ging mir aber schnell die Puste aus. Die Kinderärzte haben dann mit einer Beatmung geholfen. Bis meine Lunge das alleine geschafft hat, dauerte es 30 Tage. Dann brauchte ich „nur“ noch eine Atemhilfe und musste das meiste schon alleine tun. Damit ich auch beim Schlafen das Atmen nicht vergesse, bekam ich Coffeintropfen – also Kaffee als Medizin, davon wurde ich ganz schön zappelig.

Aber nicht nur meine Lunge war noch nicht voll entwickelt, sondern alles andere war auch noch nicht bereit für ein Leben außerhalb des Mutterleibes. Meine Haut war noch so dünn, dass alle mich nur ganz vorsichtig und möglichst wenig angefasst haben. Am Anfang habe ich noch viele Infusionen gebraucht, weil mein Bauch das Essen noch nicht vertragen hat. Ich benötigte auch eine Fototherapie wegen der Frühgeborenengelbsucht. Dazu kamen mehrere Infektionen, die immer wieder mit Antibiotika behandelt werden mussten. Ich brauchte auch mehrere Bluttransfusionen, weil mein Knochenmark noch gar nicht so viele Blutzellen bilden konnte, wie ich und die Ärzte verbrauchten.


An dem Tag, als ich 500g wog, habe ich einen großen Luftballon bekommen, genauso wurden auch die magischen Grenzen von 1.000g und 1.500g gefeiert. Meine Mutter hat sich gerade am Anfang große Sorgen gemacht, ob ich überhaupt überleben kann. Doch ich habe gekämpft und sobald die Ärzte grünes Licht gaben, durfte ich auf Mamas Brust kuscheln. Das tat uns beiden gut.
In der ganzen Zeit hatte ich riesiges Glück, dass keine Blutungen in meinem Gehirn aufgetreten sind. Weil ich am Anfang so lange beatmet war und viel Sauerstoff brauchte, konnte sich meine Netzhaut nicht normal entwickeln. Ich habe eine sogenannte Retinopathia prämaturorum bekommen und musste deshalb an beiden Augen operiert werden. Wie viel ich sehen und erkennen kann, müssen wir aber erst mal abwarten. Die Operateure waren zufrieden.
Es gab viele liebe Schwestern, die sich immer fürsorglich um mich gekümmert haben.

Nach 4 1/2 Monaten konnte ich dann endlich nach Hause, da wog ich 1.950g und war 41cm lang.
Die Ärzte sagen, ich habe mich prächtig entwickelt und hoffen, dass es auch so weitergeht. Für zu Hause habe ich einen kleinen Monitor bekommen, der vor allem beim Schlafen auf mich aufpasst. Alle paar Wochen muss ich zur ambulanten Kontrolle in die Klinik, und zum Augenarzt. Regelmäßig geht Mama mit mir zur Physiotherapie und früh gefördert werden soll ich auch noch.
Es liegt also noch ein langer Weg vor mir.
So das war's erst mal, ich hoffe ich habe „Euch Großen“ ein bisschen Mut gemacht.
Eure Maria
P.S.: Am 7. Juni 2008 war ich mit meiner Mama zum Sommerfest in das Klinikum Südstadt Rostock eingeladen. Es waren so viele Kinder und Eltern dort. Da war vielleicht was los. Ich habe auch "meine" Ärzte und Schwestern der Station wiedergetroffen und alle haben gesagt, dass ich doch schon so groß geworden bin.