Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Patienteninformation: Angiographie und Interventionelle Radiologie
Übersicht
Was ist eine Digitale Subtraktions-Angiographie (DSA)?
Eine Angiographie ist eine Darstellung von Blutgefäßen mit einem Röntgenkontrastmittel. Um das Kontrastmittel in das zu untersuchende Gefäß einzubringen, wird eine Schlagader (meistens in der Leiste) punktiert und ein dünner Spezialkatheter eingeführt, der dann bis zur Untersuchungsregion vorgeschoben wird.
Mit einer Röntgenröhre, die bis zu 6 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann, werden jeweils vor und während der Kontrastmittelgabe Aufnahmen angefertigt. Dabei werden die Bildinformationen in einem Computer abgespeichert und verarbeitet (digitalisiert). Es wird zunächst eine sogenannte Maske aufgenommen, auf der Knochen und Weichteilschatten wie auf einer normalen Röntgenaufnahme vorhanden sind. Der Computer subtrahiert dieses Bild vom danach aufgenommenen Kontrastmittelbild, das Ergebnis ist eine Abbildung der Gefäße ohne Überlagerung durch andere Körperstrukturen.
Aus dem Erscheinen des Kontrastmittels sowie der Art der Gefäßanfärbung lassen sich Stenosen (Einengungen) und Verschlüsse (frischer oder älterer Genese) bzw. austretendes Blut diagnostizieren. Diese Technik erlaubt die Darstellung auch sehr feiner Gefäßstrukturen, und sie wird eingesetzt, wenn andere Verfahren wie z.B. der Ultraschall nicht ausreichen. Das etwas höhere Risiko wird dabei zu Gunsten einer besseren Diagnostik in Kauf genommen.
Was muss ich vor der Untersuchung beachten?
Vor der Untersuchung sollten Sie für 2-3 Stunden nüchtern bleiben. Am Vortag können Sie - sofern Ihr Hausarzt keine Einwände hat - regulär Essen und Trinken. Tabletten und sonstige Medikamente sollten Sie selbstverständlich zur üblichen Zeit einnehmen.
Um eine gesonderte Absprache bitten wir bei der Einnahme oraler Antidiabetika (Metformin ) .
Wichtig ist, dass Sie nach der Untersuchung mit 2-24 Stunden Bettruhe einhalten müssen, um eine mögliche Nachblutung an der Punktionsstelle zu vermeiden. Dabei richtet sich diese Zeit nach der Größe des benutzten Untersuchungs – bzw. Therapiemateriales.
Wie verläuft eine DSA-Untersuchung?
Nach örtlicher Betäubung wird die Leisten- oder Armarterie mit einer dünnen Nadel punktiert. Über diese Nadel werden im nächsten Schritt ein Führungsdraht sowie nach Entfernung der Nadel über den Draht ein dünner (ca. 1mm dicker) Katheter eingeführt, der bis in die Höhe des zu untersuchenden Gefäßes vorgeschoben wird. Dieses Vorschieben ist nicht schmerzhaft, da Gefäße in ihrem Inneren keine Schmerzempfindungzellen haben.
Nach Entfernen des Führungsdrahtes kann dann durch schnelle Injektion eines jodhaltigen Kontrastmittels durch den Katheter das gewünschte Gefäßsystem dargestellt werden. Während der Aufnahme verspüren Sie ein kurzzeitiges Wärmegefühl. Sie sollten trotzdem absolut ruhig liegen bleiben und gegebenenfalls kurzzeitig die Luft anhalten.
Die Bilder werden fotografiert und stehen dem Hausarzt bzw. dem Gefäßchirurgen zur weiteren Planung der Therapie zur Verfügung. Nach der Untersuchung verbleiben Sie für einige Zeit zur Beobachtung in unserem Hause.
Was ist eine therapeutische Intervention?
Mit speziellen Ballonkathetern können verengte oder verschlossene Gefäße wiedereröffnet werden (Dilatation, PTA). Auch die Einbringung von Prothesen (Stents) ist möglich. Gefäße, welche Tumore oder Gefäßmissbildungen versorgen oder aus denen es unstillbar blutet, können über den Katheter mit besonderen Stoffen verschlossen werden (Embolisation).
Nach einer solchen Untersuchung ist zur Vermeidung von Nachblutungen aus der Punktionsstelle eine mehrstündige Bettruhe erforderlich.
Die Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen wird in unserem Zentrum für Gefäßmedizin am Klinikum Südstadt koordiniert.








