Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Klinische Anästhesie
Oberarzt: Dr. med. B. Drehmel +49 381 4401 3710 / Fax: +49 381 4401 3799
Mit dem Fortschritt des medizinischen Wissens im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die operative Medizin zu einer segensreichen medizinischen Fachrichtung. Aber erst nach „Erfindung“ der Narkose im Jahre 1846 durch William Thomas Green Morton wurden operative Eingriffe als routinemäßige Therapieverfahren akzeptiert.
Die aktuellen Ergebnisse und Überlebensdaten zeigen bei zahlreichen Krankheiten den Vorteil einer operativen Therapie. Dies führt zu einer kontinuierlich steigenden Anzahl von operativen Eingriffen auch am Klinikum Südstadt Rostock
Weiterbildungsbefugnis
Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern hat der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin die Weiterbildungsbefugnis zur Facharztausbildung für 4 1/2 Jahre erteilt.
Im Rahmen der vertraglich geregelten Verbundweiterbildung mit der Universitätsklinik ist damit die komplette Ausbildung im Fachgebiet Anästhesiologie am Standort Rostock gewährleistet.
Die klinische Anästhesie der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist für die anästhesiologische Versorgung aller operativen Patienten des Klinikums zuständig.
In der klinischen Anästhesie werden – mit steigender Tendenz - jährlich ca. 11.500 Narkosen durchgeführt. Dabei kommen alle modernen Anästhesieverfahren zum Einsatz. Die wichtigsten Anästhesieverfahren sind:
- Vollnarkose/Allgemeinanästhesie
- Rückenmarksnahe Anästhesie
- Regionalanästhesie.
Das Klinikum Südstadt betreibt 9 Operationssäle, 7 OP-Säle im Zentral-OP, einen ambulanten OP-Saal sowie einen Sectio-OP-Saal. Geprägt durch die am Klinikum Südstadt vorgehaltenen operativen Fächer werden im Zentral-OP allgemeinchirurgische, viszeralchirurgische, bariatrisch-chirurgische, gefäßchirurgische, thoraxchirurgische unfallchirurgisch/orthopädische, onkologisch-urologische, gynäkologische sowie handchirurgische Eingriffe durchgeführt. Weitere voll ausgestattete Anästhesiearbeitsplätze befinden sich in der Angiografie, im Bereich des CT, des MRT sowie im Wundversorgungssaal der interdisziplinären Notaufnahme.
Die Klinik betreibt zwei Aufwachräume. Der Aufwachraum im Zentral-OP ist 24/7 geöffnet und umfasst 10 Betten mit Komplettmonitoring, PC-gestütztem Remote-Desktop sowie Beatmungsmöglichkeit. Der zweite Aufwachraum befindet sich im Bereich des ambulanten OPs.
Vollnarkose
Da die operativen Abteilungen des Krankenhauses Kliniken der chirurgischen bzw. gynäkologischen Maximaltherapie sind, gehören altersbiologische und medizinische Hochrisikokonstellationen zu unseren täglichen Herausforderungen. Dementsprechend wird risikoadaptiert routinemäßig neben dem Standstardmonitoring auch das erweiterte Monitoring eingesetzt.
Das intraoperative erweiterte Monitoring umfasst die invasive Blutdruckmessung (Zugang via A. radialis, A. femoralis) einschließlich PICCO-Messung, die Messung des zentralen Venendruckes sowie der zentralvenösen Sättigung (Zugang via V. jugularis int., V. subclavia, via zentralem Mehrlumenkatheter), das BIS-Monitoring sowie die transoesophageale Echokardiographie.
Im Rahmen der onkologischen Lungenchirurgie werden regelmäßig Eingriffe mit Doppellumentubus durchgeführt. Die Bronchoskopieeinheiten werden aktuell von konventioneller Bronchoskopie auf Videobronchoskopien mit entsprechender digitaler Dokumentation umgestellt.
Airwaymanagement
Die ausreichende Oxygenierung des Patienten ist zusammen mit der Sicherung des Atemweges oberstes Ziel des Airwaymanagements in der Anästhesiologie. Aus diesem Grunde wird – allgemeinen Standards entsprechend - ein Narkosenotfallwagen mit sämtlichem Equipment für das Management des schwierigen Atemweges vorgehalten. Zu dem vorgehaltenen Equipment gehören:
- Konventionelle Spatelblätter verschiedener Größe
- McCoy Spatelblätter
- Bonfils Laryngoskop
- Verschiedene Larynxmasken einschließlich Intubationslarynxmaske
- Jet-Ventilation
- Videolaryngoskopie vom Typ C-MAC mit Macintosh-Spatel und D-Blade
- Videobronchoskopie
- Notfall-Koniotomie-Sets
Mit dieser Ausstattung ist eine abgestufte Eskalation der Maßnahmen zur Sicherung der Oxygenierung sowie des Atemweges jederzeit möglich.
Die Videolaryngoskopie sowie der Einsatz des D-Blade Spatels bei der schwierigen Intubation ist ein klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
Regionalanästhesie
Die klinische Anästhesie der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin hat bereits vor mehr als zehn Jahren die möglichen Vorteile von Regionalanästhesien erkannt und durch intensives Training die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter erweitert. Daher werden bei traumatologisch-orthopädischen Operationen in der Carotischirurgie sowie in der Handchirurgie Regionalverfahren regelhaft als Single-Shot oder in Kathetertechnik durchgeführt. Auch in der Therapie des chronischen Schmerzes werden Regionalanästhesieverfahren zunehmend eingesetzt.
Die häufigsten angewandten Verfahren der Regionalanästhesie sind:
- Plexus brachialis
- Intrascalener Block
- Infraclaviculärer Block (VIB)
- Plexus axillaris Block
- Plexus lumbosakrales
- Nervus femoralis Block
- Nervus ischadicus Block
- Nervus saphenus Block
Die Anlage der Regionalanästhesie mittels Stimulationsverfahren ist für alle Blockadetechniken gängige Praxis. Nach Kauf eines eigenen portablen Ultraschallgerätes für die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin wurde das Projekt „Ultraschall in der Regionalanästhesie“ umgesetzt, Das Know-how von Ultraschall in der Regionalanästhesie wird in der Klinik ubiquitär vermittelt und Stimulationstechniken und Ultraschalltechniken zur Anlage einer Regionalanästhesie werden nebeneinander in der Klinik breit vermittelt und durchgeführt. Damit ist es möglich, die Sicherheit für den Patienten zu erhöhen und auch periphere Nerven können einzeln aufgesucht und blockiert werden.
Im Rahmen der Qualitätssicherung stellt sich die klinische Anästhesie dem überregionalen Qualitätsvergleich (EQS Hamburg) und es wird die postoperative Befindlichkeit aller Patienten mit einem etablierten Fragebogen erfasst und ausgewertet.
Rückenmarksnahe Anästhesien
Rückenmarksnahe Anästhesieverfahren in allen Abschnitten der Wirbelsäule sowie eine Spinalanästhesie werden in der klinischen Anästhesie routinemäßig zur postoperativen Analgesie sowie intraoperativen Narkoseführung eingesetzt. Eine thorakale Periduralanästhesie wird routinemäßig bei offenen viszeralchirurgischen, thoraxchirurgischen und großen gefäßchirurgischen Eingriffen verwandt. Eine Spinalanästhesie wird routinemäßig bei orthopädisch-traumatologischen und gynäkologischen Eingriffen durchgeführt.
Das anästhesiologische Ultraschallgerät wird nicht nur in der Regionalanästhesie verwandt, sondern auch bei der schwierigen Gefäßpunktion im Rahmen der Anlage eines zentralen Venenzuganges bzw. einer arteriellen Blutdruckmessung.
Die klinische Anästhesie verfügt über besondere Expertise in der Narkoseführung bei bariatrischen-chirurgischen Eingriffen. Die Auswahl der Narkosemittel und die Narkoseführung sind angepasst an die Verteilungsvolumina und Verteilungskoeffizienten der bariatrischen Patienten. Aufgrund der laparoskopisch-bariatrischen Operationstechnik und der optimalen intraoperativen anästhesiologischen Versorgung können bariatrische Patienten postoperativ primär auf die IMC verlegt werden.
Zusammen mit der hervorragenden Qualität der operativen Abteilungen ist die leistungsfähige klinische Anästhesie eine Säule der perioperativen Versorgung für die Patienten des Klinikums Südstadt.




