Klinikum Südstadt Rostock
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Klinikum Südstadt Rostock
Qualitätsbericht 2010

Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Patienteninformation: Mammographie

Übersicht

Was ist eine Mammographie?

Die Untersuchung der Brust mittels Röntgenstrahlen wird als Mammographie bezeichnet.

Bei der Röntgenuntersuchung der Brust werden vergleichsweise weiche Röntgenstrahlen zur Bilderzeugung verwendet, da nur so ein guter Kontrast zwischen dem Brustgewebe (Fettgewebe, Drüsengewebe, Haut, Gefäße) und krankhaften Veränderungen der Brust erzielt werden kann.

Um die Schärfe des Bildes zu optimieren, muss eine Bewegung der Brust während der Röntgenuntersuchung vermieden werden. Deshalb ist die Kompression der Brust notwendig, da sie nicht nur Bewegungsunschärfen bei der Aufnahme verringert, sondern gleichzeitig den Kontrast und die Erkennbarkeit kleinster Strukturen erhöht. Die Kompression dauert nur wenige Sekunden.

Es werden jeweils 2 Röntgenaufnahmen pro Brust angefertigt. Falls dies zur Abklärung eines unklaren Befundes notwendig ist, können zusätzliche Aufnahmen angefertigt werden, so z.B. eine Vergrößerungsaufnahme, um feinste Strukturen wie Mikrokalk besser beurteilen zu können.

Muss ich mich auf die Mammographie besonders vorbereiten?

Eine Vorbereitung zur Untersuchung ist in der Regel nicht notwendig. Allerdings sollte am Tag der Untersuchung auf ein Deo oder auf das Rasieren der Achselhöhle verzichtet werden.

Bei Vorsorge-Untersuchungen ist der Termin der Mammographie am besten in die 1. Zyklushälfte (14 Tage ab Ende der Regel) zu legen, da die Kompression dann weniger schmerzhaft und eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist.

Wann sollte mammographiert werden?

Die Mammographie dient zur Abklärung von an der Brust auftretenden Veränderungen wie Knoten, Hauteinziehungen, Verziehungen der Brustwarze, Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze und vergrößerten Lymphknoten der Achsel.

Sie wird als Früherkennungsmaßnahme für Frauen ab 50 Jahren in zweijährigem Abstand empfohlen bzw. in 1-jährigem Abstand, wenn in den Wechseljahren Hormone eingenommen werden.

Für Frauen ab 40 Jahren wird in jährlichem Abstand zur Früherkennung angeraten, wenn besondere Risikofaktoren bestehen, wie etwa eine bereits durchgemachte Brustkrebserkrankung oder eine Brustkrebserkrankung der Mutter oder Schwester.

Nach brusterhaltenden Operationen dient die Mammographie zur Kontrolle und Früherkennung. In den ersten drei Jahren wird die erkrankte Brust dann halbjährlich, anschließend jährlich kontrolliert.

Wann darf nicht mammographiert werden?

Vor dem 35. Lebensjahr, insbesondere aber vor dem 20. Lebensjahr, sollte eine Mammographie jedoch wegen der Strahlenbelastung nur bei strengster Indikationsstellung durchgeführt werden. In diesen Fällen sollte jedoch zuerst versucht werden, mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomographie eine Diagnose zu stellen.

Selbst eine Schwangerschaft ist dann keine absolute Kontraindikation zur Röntgenmammographie, wenn der dringende Verdacht auf Brustkrebs besteht. Auch hier sollte zunächst mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomographie eine Diagnosefindung versucht werden. Bleibt die Mammographie jedoch unausweichlich, kann das Strahlenrisiko durch den Einsatz von Strahlenschutzbedeckungen minimiert werden.

Bei einer Silikon-Aufbauplastik nach Brustamputation ist keine Mammographie notwendig, da die Bilder nicht aussagekräftig genug sind. Auch hier ist der Aussagewert mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomographie zumeist höher.

Bei Patientinnen mit Vernarbungen nach einer brusterhaltender Therapie oder Bestrahlung mit mammographisch eingeschränkter Beurteilbarkeit liefert die MR- Mammographie eine bessere Beurteilbarkeit.

Kann durch die Strahlenbelastung Brustkrebs erzeugt werden?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen bis zum 70. und die häufigste Todesursache von Frauen bis zum 50. Lebensjahr. Etwa 10% aller Frauen in Deutschland müssen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Das Risiko, ohne an Brustkrebs zu erkranken ist laut Studien gemessen an dem Risiko, durch die Strahlenbelastung Brustkrebs zu bekommen, ungleich größer.

Gibt es technische Standards für Mammographien?

Die in Deutschland vorhandenen Mammographiegeräte müssen zugelassen und behördlich überprüft werden. Auch die Mammographiefilme werden hinsichtlich ihrer Qualität täglich überprüft und jährlich von unabhängigen Gutachtern kontrolliert. Gleichzeitig beteiligen sich die zuständigen Ärzte an Qualitätssicherungsmaßnahmen. Außerdem bilden sich die Radiologen der Südstadtklinik Rostock regelmäßig fort, um den Patienten ein hohes Qualitätsniveau bieten zu können.

Wie sicher ist mit der Mammographie Brustkrebs zu erkennen?

Auch Ärzte sind nur Menschen. In unserem Hause wird grundsätzlich der Doppelbefundung durch zwei erfahrene Ärztinnen der Vorzug gegeben, da vier Augen bekanntlich mehr als zwei sehen. Selbst bei optimaler Aufnahmetechnik und großer Erfahrung der Ärzte muss damit gerechnet werden, dass in über 10% Brustkrebs mit der Mammographie nicht (sicher) erkannt werden kann. Das ist auf die Beschaffenheit des Drüsenkörpers bzw. die spezielle Wachstumsform bestimmter Brustkrebserkrankungen zurückzuführen.

Um die diagnostische Sicherheit diesbezüglich zu erhöhen, wird deswegen bei jeder Frau mit mammographisch relativ dichtem Brustgewebe im Anschluss eine Sonographie (Ultraschall) der Brust durchgeführt bzw. eine MR-Mammographie angeraten werden. Allerdings können die bei mehr als der Hälfte der Brustkrebserkrankungen auftretenden feinsten Verkalkungen (sog. Mikroverkalkungen) weder mit dem Ultraschall noch mit der Magnetresonanztomographie nachgewiesen werden.

Was geschieht bei einem unklaren oder verdächtigen Befund?

Meistens kann heute bei unklarem oder verdächtigem Befund ambulant und in örtlicher Betäubung mit einer Biopsie Gewebe entnommen werden. Der Befund des Pathologen, der über die weitere Vorgehensweise entscheidet, liegt innerhalb weniger Tage vor.

letzte Änderung: 04.07.2011