Klinikum Südstadt Rostock
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Klinikum Südstadt Rostock
Qualitätsbericht 2010

Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Patienteninformation: Sonographie / Ultraschall

Übersicht

Was ist Sonographie / Ultraschall?

B-Bild-Sonographie

Die Sonographie beruht auf der Anwendung von Ultraschall. Ultraschall ist eine Schallwelle, die von einem Schallkopf aus in den Körper übertragen wird. Die Ausbreitung von (Ultra-)Schallwellen im Gewebe ist im Vergleich zu elektromagnetischen Wellen vergleichsweise niedrig und abhängig von der Gewebedichte. Im Körper werden die Schallwellen von unterschiedlichen Gewebestrukturen teilweise oder komplett reflektiert. Durch elektronische Messtechnik kann nach Aussendung von Ultraschallwellen kann die Dauer bis zum Eintreffen der von einer Grenzfläche reflektierten Echos gemessen werden. Durch eine Berechnung der unterschiedlichen Reflexionen und Echolaufzeiten wird ein zweidimensionales Schwarz-Weiß-Bild („B-Bild“ – daher die Bezeichnung) erstellt, wobei starke Reflexionen hell, schwache Reflexionen dunkel abgebildet werden.

Vorteil der Methode ist, dass sie nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden ist; Nachteil ist, dass die Ultraschallwelle an Knochen und an Luft vollständig reflektiert wird, so dass es beispielsweise nicht möglich ist, Lunge oder Strukturen hinter dem Knochen darzustellen.


Doppler-Sonographie / Farbcodierte Duplex- Sonographie

Eine diagnostisch genutzte Besonderheit bei der Ausbreitung von Wellen ist der sog. Doppler-Effekt. Ändert sich der Abstand von Schallsender und Reflektor, ändert sich die Frequenz der empfangenen Schallwellen. Dieses Phänomen kann entweder als akustisches Signal über Lautsprecher erfasst werden oder als Farbschattierung auf dem konventionellen B-Bild dargestellt werden. Bei Bewegungen, die auf den Schallkopf zu erfolgen, wird der Ton höher bzw. bei Bewegung vom Schallkopf weg niedriger dargestellt. Diese Frequenzverschiebung (der Doppler-Effekt) wird in der Ultraschall-Diagnostik vor allem zur Bestimmung von Blutströmen verwendet

Was muß ich vor der Untersuchung beachten?

Eine besondere Vorbereitung für die Ultraschall-Untersuchung ist in der Regel nicht erforderlich. Die Darstellung der Nieren, des Halses, der Brust sowie der Beine kann jederzeit erfolgen.

Je nach Fragestellung wird die Untersuchungsregion mit einem Ultraschallgel bestrichen, damit der Schallkopf luftfrei aufgesetzt werden kann. Üblicherweise werden bei Untersuchungen die Organe in einem Schema nacheinander untersucht. Dabei werden die Organe durch Kippbewegungen des auf die Haut aufgesetzten Schallkopfes fächerförmig in mindestens zwei Ebenen dargestellt. Anschließend wird das Bild gespeichert.

Wenn Gefäße dargestellt werden sollen, müssen Sie etwa 30 min. einkalkulieren. Im Übrigen dauern Ultraschalluntersuchungen ca. 10 min.

Für spezielle Fragestellungen oder bei schlechten Untersuchungsbedingungen zur verbesserten Darstellung kann ein Ultraschall-Kontrastmittel gegeben werden. Ob dies der Fall ist, erfahren Sie im Rahmen des Aufklärungsgespräches. Das Kontrastmittel ist nicht jodhaltig und gut verträglich. Es wird durch die Armvene verabreicht.

Wann wird eine Sonographie durchgeführt?

Der Ultraschall ist eine ideale Methode zur Darstellung von oberflächennahen Organen und Blutgefässe und kann beliebig oft wiederholt werden. Das Verfahren ist jedoch überwiegend an Weichteile gebunden. Gashaltige oder knöcherne Organe sind mit der Sonographie nur an deren Oberflächen darstellbar, da die Schallwellen komplett reflektiert werden.

Die Abdomen-Sonographie stellt Organe wie Leber, Nieren, Milz, Bauspeicheldrüse, Gefäße, Lymphknoten und Harnblase dar. Unklare Befunde werden mit der weiterführenden Schnittbild-Diagnostik (CT/MRT) untersucht.

Lymphknoten am Hals, in den Achselhöhlen und Leisten mit dem Ultraschall gut darstellbar. Auch die Schilddrüse kann aufgrund ihrer oberflächennahen hervorragend dargestellt werden. Blutgefässe können hinsichtlich ihrer Wandbeschaffenheit und Flusseigenschaften untersucht werden.

Bei der Untersuchung von Babys und Kindern ist die Sonographie ebenfalls in vielen Fällen die ideale Untersuchungsmethode, da aufgrund der geringen Organgrößen und Distanzen die Untersuchung der kleinen Patienten ohne Narkose gelingt.

Was sind sonographisch gesteuerte (minimal-invasive) Interventionen?

Unter Ultraschallkontrolle können in örtlicher Betäubung z.B. mit einem minimalen Eingriff Gewebeproben entnommen,  Ansammlungen von Lymphflüssigkeit oder Eiter punktiert und mit Kathetern drainiert werden.

Durch diese Verfahren können in zahlreichen Fällen große Operationen mit der Notwendigkeit einer Vollnarkose vermieden werden.

letzte Änderung: 04.07.2011