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Aus unserem Hospiz

Es blüht!

Unsere beiden Gärten waren sichtlich in die Jahre gekommen. Unser ehemaliger Bewohner, Herr Kurt Wendt, der in seinem aktiven Berufsleben Gartenbauingenieur war, übernahm die fachmännische Planung der Umgestaltung und Anleitung der Aufräumarbeiten und der Neubepflanzung der Gärten. Es sollte blühen! Vom Frühjahr bis zum Herbst. Und ganz wichtig: Dahlien, die Lieblingsblumen von Herrn Wendt, durften nicht fehlen.

Die Mitarbeiter und einige Ehrenamtler des Hospizes haben unsere Gärten in ein Blumenmeer verwandelt; unser gemeinsamer Wunsch, dass wir einen blühenden Garten haben, ist jetzt sichtbar in Erfüllung gegangen. Herrn Wendt und allen Helfern danken wir sehr für die Unterstützung.

Konzertzeit

Immer, wenn sich die Musiker und Musikerinnen des Vereins „live music now“ und des Rostocker Konservatoriums anmelden, dass sie zu einem kleinen Konzert ins Hospiz kommen werden, ist die Freude sehr groß. Konzertiert wird in unserem Wohnzimmer, bei gutem Wetter auf den Terrassen und auf Wunsch auch im Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner, die ihr Bett leider nicht verlassen können.
Unsere Bewohner haben nicht mehr die Kraft, in ein Konzert zu gehen. Deshalb kommen die Musikerinnen und Musiker zu uns. Die Programme sind wohl überlegt, sie vereinbaren Gesang und Instrumentalmusik, bekannte und neue Melodien, laden zum Mitsingen oder Summen ein, wecken Erinnerungen und bringen Freude für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, deren Angehörige, unsere Mitarbeiter und ehrenamtlich Mitarbeitenden im stationären Hospiz in Rostock.
Den Organisatoren und den Musikerinnen und Musikern gilt unser großer Dank!

Komplementäre Angebote

Eine wortlose Brücke - Die Musiktherapie

Musik tröstet, bringt Freude, weckt Erinnerungen und Emotionen in uns. Und manchmal kann Musik dort, wo eine verbale Verständigung nicht möglich ist, eine ganz eigene Sprache jenseits von Worten sein und wird somit zu einem wertvollen Medium innerhalb der Kommunikation. Die Musik als ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben kann somit auch in der letzten Phase des Lebens das Innere und die Seele berühren und mit sanften, leisen Klängen, Melodien und Rhythmen zur Schmerzlinderung und Entspannung beitragen.
Gemeinsam mit der Musikpädagogin Annegret Winkler haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Hospizes sowie deren Angehörige die Möglichkeit, Stille bewusst zu erleben. Der gezielte Einsatz von Musik als sinnliches Stimulationsmittel lässt das Leiden einen Moment lang in den Hintergrund rücken. In einem geschützten Raum, der Platz bietet für gemeinsame Erinnerungen, können dann Bilder und Träume entstehen, und Gefühlen intensiv nachgespürt werden.
Ob die Musik durch das gemeinsame Singen und Musizieren auf verschiedenen Instrumenten selbst mitgestaltet, oder ob einfach nur den Klängen gelauscht und genossen wird,  ist jedem selbst überlassen. Die Geborgenheit und Nähe, die durch das gemeinsame Erleben von Musik entstehen, können zu einem Austausch von Erinnerungen und Gefühlen anregen und zu einer Stabilisierung der eigenen Identität der Hospizbewohner  führen und sie in einen friedlichen Zustand versetzen.
Somit kann der Sterbeprozess für einen Moment aus dem Bewusstsein verschwinden und Zeit der Seligkeit entsteht.
 
Annegret Winkler arbeitet als Musik- und Theaterpädagogin in Rostock und konnte bereits in unterschiedlichsten Einrichtungen Erfahrungen sammeln. Seit mehreren Jahren wirkt sie als Chorleiterin und Musikpädagogin in einer Tagespflegestätte und leitet verschiedene Kinder- und Jugendtheatergruppen, sowie zwei weitere Chöre. Sie studiert an der Hochschule für Musik und Theater Rostock die Fächer Musik, Darstellendes Spiel und Elementare Musikpädagogik, sowie Französisch und Schwedisch an der Universität Rostock und Greifswald.
Außerdem ist sie mit ihrem a cappella Quartett SonCéleste und dem Gesangsterzett KlangSpiel aktiv, mit welchem sie bereits mehrfach als Stipendiatin des Vereins Live Music Now, Yehudi Menuhin ausgezeichnet wurde.

Begleitetes Gärtnern mit dem Gartentherapeuten Thomas Henschel

Gärtnern ist für viele Menschen in langen Lebensabschnitten eine befriedigende und beglückende Tätigkeit. Anderen hat sich der Reiz einer solchen Tätigkeit aus verschiedenen Gründen nie richtig erschlossen.

Das Angebot des begleiteten Gärtnerns im Hospiz bietet den einen die Möglichkeit, am Ende des Lebens auf eine liebe Gewohnheit nicht verzichten zu müssen, den anderen vielleicht erstmals die Chance, sich an solchem Tun zu erfreuen.

Wer Freude daran hat, kann sich unter Anleitung von Herrn Henschel an den Arbeiten beteiligen, die gerade zu tun sind, und zwar genau in dem Maße, das ihr oder ihm gut tut. Es gibt unzählige „Arbeiten“ im Garten, die auch mit wenig Kraft und Ausdauer, vom Rollstuhl aus oder im Sitzen am Hochbeet getan werden können. Und auch das „nur Dabeisein“, die Beteiligung mit Hinweisen oder die Beobachtung der natürlichen Veränderungen und das dadurch angeregte Gespräch können hilfreich sein – für den Garten und für den Bewohner.

Gemeinsam versuchen wir, Gelegenheiten zu schaffen, die Schönheit der Natur zu erleben, am Wachsen, Reifen und Ernten teilzuhaben und mit den natürlichen Abläufen von Werden und Vergehen in Berührung zu kommen.

So wie der Gärtner sich nie von den Umständen des Bodens und des Wetters unabhängig machen kann und doch mit seinen bescheidenen Mitteln versucht,aus der Wildnis einen Garten zu gestalten, so ist jeder Mensch abhängig von den Bedingungen seines Lebens und den Beziehungen zu seinen Mitmenschen, und doch hat er die Chance, ganz im Kleinen Einfluss zu nehmen und etwas zum Besseren zu verändern – auch im letzten Abschnitt seines Lebensweges.