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Informationen für Patienten

Prävention und Vorsorgeuntersuchung

Unter Prävention versteht man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Die Prävention bei Darmtumoren umfasst dabei alle Maßnahmen, die der Vorbeugung eines Darmkrebses dienen. Dazu zählt auch eine gesunde Lebensweise mit z. B. höherer körperlicher Aktivität (weniger Darmpolypen, geringeres Darmkrebsrisiko), eine gesunde Ernährung (ballastoffreich, wenig rotes Fleisch, viel Obst und Gemüse, wenig Alkohol) sowie Nikotinkarenz.

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Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass aus gutartigen Darmpolypen im Verlauf Darmkrebs entsteht. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Darmkrebs steigt dabei nach dem 50. Lebensjahr deutlich an, so dass eine Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt wird. Liegt eine familiäre Belastung vor, so sollte eine endoskopische Untersuchung des Dickdarmes schon vor dem 50. Lebensjahr durchgeführt werden (siehe Fragen am Ende).

Bei einer Darmspiegelung, die in der Regel ambulant durchgeführt wird, können auffällige Polypen endoskopisch entfernt und durch den Pathologen feingeweblich beurteilt werden.

Bei Beschwerden die auf Veränderungen Ihres Dickdarmes zurückzuführen sind, können bei Ihnen im Netzwerk unseres Darmzentrums ambulant oder stationär alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden.

Diagnostik

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Mögliche Untersuchungen

Sollte der Verdacht auf Veränderungen im Dickdarm bestehen, stellt die Darmspiegelung den Goldstandart dar, da hierbei neben der Beurteilung der Darmschleimhaut auch ggf. Gewebeproben entnommen werden können.

Sollte durch die Darmspiegelung und die anschließende Gewebeuntersuchung eindeutig festgestellt werden, dass es sich um einen Darmkrebs handelt, wird der Bauch und die Lunge durch zusätzliche bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen,  Computertomogramm) auf Metastasen (Streukrebs) untersucht.

Zusätzlich erfolgen besondere Blutuntersuchungen, in denen sogenannte Tumormarker bestimmt werden. Diese sind bei Veränderungen (Anstieg nach einer Operation oder Chemotherapie) im Langzeitverlauf wichtig.

In den Sprechstunden des Darmkrebszentrums am Klinikum Südstadt Rostock werden vor einer stationären Aufnahme alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt oder organisiert, so dass für jeden Patienten ein optimales und individuelles Behandlungskonzept schon prästationär entwickelt wird.

Therapie

Die Behandlung des Darmkrebses umfasst im Allgemeinen:

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Operation

Entfernung des Tumors

Dieser Teil der Therapie wird im Zentrum für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie der Klinik für Chirurgie im Klinikum Südstadt Rostock durchgeführt. Die Operationsstrategien unterscheiden sich je nach Erkrankung und Lokalisation des Tumors und können zum Teil minimalinvasiv in Form der Schlüssellochchirurgie durchgeführt werden. Jede Operation wird individuell für den einzelnen Patienten mit dem vorher diagnostizierten Tumorstadium angepasst.

Daneben ist es mitunter auch notwendig, neben dem Dick- oder Mastdarm auch benachbarte Organe, die vom Darmkrebs befallen wurden, mit zu entfernen, um Tumorfreiheit für den Patienten zu erlangen. Falls es primär oder im weiteren Krankheitsverlauf zum Auftreten von Metastasen insbesondere in der Leber oder Lunge kommen sollte, können diese im Darmkrebszentrum operativ entfernt oder lokal (Radiofrequenzablation, intraarterielle Chemotherapie) behandelt werden.

Bestrahlung

Die Bestrahlung ist Teil vieler Therapiekonzepte des Mastdarmkrebses.

Dabei wird gezielt der Darmabschnitt bestrahlt, in dem sich der Tumor befindet (Clipmarkierung des Tumors in der Endoskopie). Durch die Bestrahlung und ggf. gleichzeitig durchgeführte präoperative Chemotherapie kann die Anzahl der schließmuskelerhaltenden Operationen erhöht und ein lokales Tumorwachstum reduziert werden.

Chemotherapie

Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie verabreicht werden, heißen Zytostatika (Zellwachstumshemmer). Diese Medikamente sind entwickelt worden, um insbesondere das Wachstum von entarteten, bösartigen Zellen bei einem Darmkrebs zu hemmen. Zusätzlich gibt es seit einigen Jahren spezielle Antikörper, die besonders das Wachstum von Tumorzellen oder von den Tumor versorgenden Gefäßen angreifen, und so zu einem längeren Krankheitsfreien Überleben führen. Die Zytostatika können aber auch gesunde Zellen angreifen, so dass es zu Nebenwirkungen kommen kann. Diese werden durch Zusatzmedikamente (z. B. gegen Übelkeit) behandelt.

Die Chemotherapie wird entweder in Tablettenform oder als Infusion in die Vene verabreicht. Sollte die Chemotherapie über die Vene verabreicht werden, muss hierzu in bestimmten Fällen eine spezielle Kammer (Port) unter die Haut eingesetzt werden. Diese Operation wird am Klinikum Südstadt Rostock entweder ambulant oder im Rahmen des Primäreingriffs durchgeführt.

Den Umfang und die Reihenfolge der konkreten Anwendung zu bestimmen, ist eine Entscheidung, die am Klinikum Südstadt Rostock im Rahmen einer Tumorkonferenz getroffen wird.

Patientenveranstaltung „Durch dick und dünn – leben mit Darmkrebs“

Eine Informationsveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte zum Thema Darmkrebs fand am 26. Oktober 2013 in Rostock statt.

Nachsorge

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Was passiert nach der Entlassung aus dem Krankenhaus?

Der Patient kann nach der Diagnose einer Krebserkrankung und der anschließenden Therapie eine Rehabilitationskur in Anspruch nehmen. Diese und andere Fragen des täglichen Lebens nach der Krebsbehandlung werden gemeinsam mit dem Patienten und den Angehörigen sowie dem Sozialdienst im Darmzentrum des Klinikums Südstadt Rostock besprochen, geplant und organisiert.

Wie gestaltet sich die Nachsorge?

Ist die Behandlung abgeschlossen, erfolgt die Nachsorge in der Regel über mehrere Jahre. Hier sollen mögliche Rückfälle (Rezidive) oder Metastasen (Streukrebs) frühzeitig erkannt und behandelt werden. Diese Nachsorge wird gemeinsam mit ihrem behandelnden, einweisenden Arzt und dem Koordinationszentrum des Darmzentrums organisiert. Spezialuntersuchungen werden im Netzwerk des Darmzentrums durchgeführt.

Testen Sie Ihr persönliches Darmkrebsrisiko

Je nach Erkrankung ist eine familiäre Häufung erkennbar. Meist läßt sich das Risiko einer Darmkrebserkrankung durch Einhaltung einfacher Regeln minimieren. Wichtig ist, möglichst genau zu erfahren, wer von den Blutsverwandten an einer Darmerkrankung leidet und wann diese aufgetreten ist.

1. Ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister, Kinder) an Darmkrebs erkrankt? Ja Nein
2. Ist ein direkter Verwandter vor dem Erreichen des 46.Lebensjahres erkrankt? Ja Nein
3. Wurde bei einem direkten Verwandten vor dem 40.Lebensjahr ein Darmpolyp erkannt? Ja Nein
4. Sind drei oder mehr Verwandte an einem bösartigen Tumor erkrankt? Ja Nein

Häufig beschriebene Beschwerden und Symptome bei Darmtumoren:

  • Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel von Verstopfungszuständen zu Durchfällen)
  • Blutauflagerungen bzw.-beimengungen im Stuhl
  • unklare Blutarmut (Anämie)
  • Schmerzen im Bauchraum
  • Allgemeinsymptome wie ein Leistungsknick, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß und eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Vorsorgeempfehlungen

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Bei viermal "Nein"

Falls Sie alle Fragen mit NEIN beantworten haben, besteht an sich kein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung. Dennoch sollten alle Patienten ab 50 Jahren mit der Vorsorge beginnen. Im Rahmen des CHECK UP beim Hausarzt gibt es einen Test auf Blut im Stuhl. Auch wenn dieser negativ sein sollte (kein Blutnachweis) besteht ab dem 55. Lebensjahr die Empfehlung zur Darmspiegelung. Je nach Ergebnis werden dann Empfehlungen für Abstände zur nächsten Untersuchung gegeben.

Bei einmal "Ja"

Bei einem JA ist das Risiko für einen Darmtumor erhöht. Betroffene Verwandte sollten dementsprechend Vorsorgemaßnahmen einleiten. Spätestens ab dem vorgeschlagenem Alter.