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Diabetologie

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit, die zu vielen Komplikationen führt. Durch eine komplexe Betreuung mit Ärzten und Diabetesberaterinnen wollen wir Komplikationen vermeiden und bestehende Störungen lindern. Dazu können die Patienten stationär oder in unserer Tagesklinik betreut werden.  Bei bestehenden Folgekomplikationen wie zum Beispiel dem Diabetischen Fußsyndrom oder der Charcot-Arthropathie steht ein interdisziplinäres Team aus Angiologen, Diabetologen, Diabetesberatern, Gefäßchirurgen, Radiologen, Wundschwestern, Orthopädieschumacher und Podologin zur Verfügung. Die Station Innere Medizin Angiologie (INA) ist als Fußzentrum der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt.

5 Fragen zu Typ 1 – Diabetes

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Wer bekommt Typ 1 – Diabetes?

Typ 1 – Diabetes kann jeder bekommen, der eine entsprechende genetische Veranlagung hat. Entgegen der landläufigen Annahme, dass Typ 1 – Diabetes nur Kinder trifft, kann der Typ 1 – Diabetes in jedem Lebensjahr auftreten – bis hinein ins hohe Alter.

Was passiert beim Typ 1 – Diabetes im Körper?

Aufgrund bisher nicht genau bekannter Faktoren greift der Körper eigene Zellen an und bekämpft sie. Im Falle des Typ 1 – Diabetes sind es die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Sie werden im Laufe der Zeit zerstört. Damit sinkt die Menge des gebildeten Insulins drastisch ab. Dem Körper steht irgendwann kein körpereigenes Insulin mehr zur Verfügung. Insulin wirkt an den Körperzellen wie ein Schlüssel, der die Tür für die Aufnahme von Zuckermolekülen in die Zelle öffnet. Wenn dieser Schlüssel fehlt, steigt der Zuckerspiegel im Blut drastisch an, den Körperzellen jedoch fehlt der Zucker.

An welchen Symptomen kann man einen hohen Blutzuckerspiegel bzw. einen Diabetes erkennen?

Tritt der Typ 1 – Diabetes erstmals auf, ahnen viele Betroffene nicht, was gerade in ihrem Körper passiert. Sie bemerken ein starkes Durstgefühl und trinken sehr viel. Auch müssen sie sehr viel Wasser lassen. Viele Betroffene verspüren eine starke Schwäche und Abgeschlagenheit, nehmen an Gewicht ab und können schlechter sehen. Treten diese Beschwerden auf, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Im schlimmsten Fall ist der Betroffene extrem müde und lässt sich nur schwer wecken. Den Angehörigen fallen oftmals ein merkwürdiger fruchtartiger Geruch der Ausatemluft und ungewöhnlich tiefe Atemzüge auf. Dann muss umgehend der Rettungsdienst verständigt werden.

Wie kann man einen Typ 1 – Diabetes feststellen?

Treten oben geschilderte Symptome auf, sollte umgehend der Blutzuckerspiegel gemessen werden. So lässt sich zunächst die Diagnose eines Diabetes mellitus sichern. Ob es sich um einen Typ 1 – Diabetes handelt, kann mit speziellen Antikörperbestimmungen festgestellt werden.

Wie wird ein Typ 1 - Diabetes behandelt?

Ein Typ 1 – Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden, denn der Betroffene kann selbst kein eigenes Insulin mehr produzieren. Die Therapie erfolgt lebenslang. Deswegen werden die Patienten regelmäßig und intensiv geschult. Sie erlernen die eigenständige Behandlung mit Insulin, können die Menge des Insulins an die gewünschte Nahrungsmenge anpassen, sich auf sportliche Betätigung einstellen, an veränderte Zeitzonen anpassen und auf die meisten Lebenssituationen alleine reagieren.

Liegt eine entgleiste Stoffwechsellage mit entsprechenden Symptomen vor, wie zum Beispiel beim erstmaligen Auftreten des Typ 1 – Diabetes, muss der Patient meist stationär betreut werden und zusätzlich zum Insulin Infusionen und einige andere Medikamente erhalten.

Übrigens: Ein Typ 1 – Diabetiker kann in vielen Lebensbereichen genau das Gleiche machen und leisten wie ein Nichtdiabetiker. Die Gründung einer Familie ist genauso möglich wie eine berufliche Karriere oder Leistungssport.

5 Fragen zu Typ 2 – Diabetes

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Wer bekommt Typ 2 – Diabetes?

Typ 2 – Diabetes kann jeder bekommen, der eine entsprechende genetische Veranlagung hat. Überdurchschnittlich häufig bekommen Menschen mit Übergewicht, Adipositas und wenig körperlicher Bewegung einen Typ 2 – Diabetes. Es kann bereits Kinder und Jugendliche treffen. Hauptsächlich sind es jedoch Erwachsene, die erkranken.

Was passiert beim Typ 2 – Diabetes im Körper?

Ein Teil der Patienten verliert mit den Jahren die Fähigkeit, ausreichend Insulin zu produzieren. So können auch schlanke ältere Menschen einen Typ 2 – Diabetes bekommen. Oftmals liegt jedoch eine sogenannte Insulinresistenz zugrunde. Durch Übergewicht, Adipositas und Bewegungsmangel steigt zum einen der Insulinbedarf, zum anderen sprechen die Körperzellen nicht mehr so gut auf das Insulin an. Insulin wirkt an den Körperzellen wie ein Schlüssel, der die Tür für die Aufnahme von Zuckermolekülen in die Zelle öffnet. Wenn – ausgelöst durch die Insulinresistenz - dieser Schlüssel oder die „Schlösser“ an den Zellen in zu geringen Mengen vorhanden sind oder das „Schloss“ an der Zelle defekt ist, steigt der Zuckerspiegel im Blut drastisch an, den Körperzellen jedoch fehlt der Zucker.

An welchen Symptomen kann man einen hohen Blutzuckerspiegel bzw. einen Diabetes erkennen?

Ein Typ 2 – Diabetes entwickelt sich schleichend über Monate und Jahre. Viele Typ 2 –Diabetiker leiden bereits Jahre an der Erkrankung ohne sie zu bemerken. Tritt aufgrund eines Ereignisses (zum Beispiel Infekt) eine höhere Belastung für den Körper ein, kann die Situation eskalieren. Die Betroffenen bemerken ein starkes Durstgefühl und trinken sehr viel. Auch müssen sie sehr viel Wasser lassen. Viele Betroffene verspüren über Monate eine zunehmende Schwäche und Abgeschlagenheit, nehmen an Gewicht ab und können schlechter sehen. Treten diese Beschwerden auf, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Wie kann man einen Typ 2 – Diabetes feststellen?

Treten oben geschilderte Symptome auf, sollte der Blutzuckerspiegel gemessen werden. So lässt sich zunächst die Diagnose eines Diabetes mellitus sichern. Wir empfehlen die regelmäßigen Check Up – Untersuchungen beim Hausarzt wahrzunehmen und regelmäßig das eigene Diabetesrisiko überprüfen.

Wie wird ein Typ 2 - Diabetes behandelt?

Die wichtigsten Säulen der Therapie des Typ 2 – Diabetes sind die dauerhafte Ernährungsumstellung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit einer begrenzten Menge Kohlenhydrate, die Änderung des Lebensstils, regelmäßige körperliche Betätigung mehrmals in der Woche sowie eine Gewichtsreduktion.

In vielen Fällen kann ein Typ 2 – Diabetes zunächst mit den genannten Maßnahmen und Tabletten geführt werden. Seit einiger Zeit sind Medikamente auf dem Markt, die zwar gespritzt werden müssen, aber kein Insulin enthalten. Sie sind bestimmten Patientengruppen vorbehalten und können bei entsprechender Ernährungsumstellung eine Gewichtsabnahme unterstützen. Reichen die Medikamente nicht aus, wird Insulin zur Therapie ergänzt oder eine komplette Einstellung auf Insulin vorgenommen.

Die Patienten werden regelmäßig und in Abhängigkeit von ihrer Lebenssituation geschult. Sie erlernen, wenn nötig, die eigenständige Behandlung mit Insulin, können die Menge des Insulins an die gewünschte Nahrungsmenge anzupassen, sich auf sportliche Betätigung einstellen, an veränderte Zeitzonen anpassen und auf die meisten Lebenssituationen alleine reagieren. Ein wichtiger Baustein der Schulung ist die Ernährungsberatung. Patienten mit Adipositas haben zusätzlich die Möglichkeit, sich in unserer Adipositassprechstunde über konservative oder operative Behandlungsmöglichkeiten beraten zu lassen.

Ihre Ansprechpartner

Dr. med. Greta Stremme
Stationärztin

+49 (0)381 4401 - 3031
greta.stremmekliniksued-rostockde


Elke Harmatha
Stationsleitung Pflege

+49 (0)381 4401 - 4200 |+49 (0)381 4401 - 4209